Vaginismus, eine unbekannte sexuelle und gynäkologische Störung

Mai 28, 2020

vaginisme

Hier ist ein Thema, das ebenso tabu wie unbekannt ist: Vaginismus. Und das ist eine Ironie, denn dieses Syndrom betrifft Tausende von Frauen weltweit.
Es handelt sich um eine gynäkologische Störung psychosomatischen Ursprungs, die jegliche sexuelle Penetration verhindert – oder sie zumindest extrem schmerzhaft machen kann. Hier ist alles, was Sie über Vaginismus wissen müssen...

Eine psychische Störung, aber nicht nur...

Da es die Sexualität betrifft, bleibt es ein extrem tabuisiertes Thema und wird daher von den medizinischen Fachkräften wenig behandelt. Frauen, die darunter leiden, können sich schuldig (und manchmal sogar beschämt) fühlen, weil sie keine sogenannte "normale" Sexualität genießen können. Dabei sind sie absolut nicht für das verantwortlich, was ihnen widerfährt!

Die Ursachen des Vaginismus sind hauptsächlich psychologischer Natur:

  • Eine nicht/kaum vorhandene Sexualerziehung (Religion, Kultur)
  • Ein Trauma im Zusammenhang mit einem medizinischen Eingriff oder sexuellem Missbrauch
  • Ein Mangel an Vertrauen in den sexuellen Akt
  • Eine frühere schmerzhafte sexuelle Erfahrung

Es gibt so viele Ursachen für Vaginismus wie Patientinnen, daher ist es wichtig, eine individuelle Analyse durchzuführen.

Man unterscheidet vier Arten von Vaginismus:

  • Primär: tritt zu Beginn des Sexuallebens auf
  • Sekundär: tritt nach einer traumatischen sexuellen Erfahrung auf
  • Partiell: betrifft nur den Geschlechtsverkehr
  • Total: macht jegliche Penetration unmöglich, sei es für eine gynäkologische Untersuchung, Geschlechtsverkehr oder das Einführen eines Tampons.

Wie überwindet man Vaginismus?

Obwohl Vaginismus das Sexualleben stark beeinträchtigt, ist er kein Schicksal!
Wenn Sie in einer Beziehung sind, ist eine der ersten Möglichkeiten, Vaginismus zu überwinden, einen wohlwollenden, aufmerksamen und verständnisvollen Partner zu haben. Dies erfordert etwas Geduld, aber Liebe ist stärker als alles andere, nicht wahr?
Als Nächstes müssen Sie lernen, Ihre Leiden in Worte zu fassen. Durch Vereinigungen haben Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Frauen auszutauschen, die an der gleichen Störung leiden wie Sie. Sie werden sicherlich auch das Glück haben, wohlwollende Freundinnen zu haben, die Ihnen zuhören und Sie verstehen, ohne Sie zu verurteilen. Der Trost und die Unterstützung Ihrer Lieben werden Ihnen für den nächsten Schritt Selbstvertrauen geben.
Schließlich ist es am wichtigsten, sich an Fachleute zu wenden, die Sie auf dem Weg zur Genesung begleiten können. Es wird empfohlen, eine Sexualtherapie in Kombination mit einer Beckenbodentherapie bei einer Hebamme durchzuführen.
Wissen Sie, dass Sie in diesem Abenteuer nicht allein sind. Die Diskussion über Vaginismus wird immer offener geführt.