Das Wochenbett: etwas für Großmütter?

Sie haben gerade entbunden, und zwischen schlaflosen Nächten und neuen Routinen fragen Sie sich vielleicht, wie Frauen zu allen Zeiten diesen Moment nach der Geburt bewältigt haben.
Vielleicht haben Sie schon einmal von den „Relevailles“ gehört? Dieser alte Begriff bezeichnet die Zeit, in der sich junge Mütter nach der Geburt erholten, oft umgeben von ihren Lieben, meistens Frauen.
Aber ist das wirklich nur ein alter Hut oder eine Idee, die wieder modern werden sollte?
Was genau sind die „Relevailles“?
Die „Relevailles“ ist einfach die Zeit, die Frauen früher brauchten, um sich nach der Geburt auszuruhen. Während dieser Zeit mussten sie sich nicht um die täglichen Aufgaben kümmern: Die Familie, Freunde oder externe Helfer übernahmen dies. Die Mutter konzentrierte sich ausschließlich auf sich selbst und ihr Baby.
Damals konnten die „Relevailles“ bis zu 40 Tage dauern! Das gab ihnen Zeit, sich körperlich zu erholen, aber auch, sich an ihr neues Leben als Mutter zu gewöhnen. Nach dieser Zeit waren sie bereit, ins „echte“ Leben zurückzukehren.
Der ursprüngliche Ursprung dieser Tradition ist religiös. Frauen mussten eine Zeit lang von den Kultstätten fernbleiben und erhielten nach 40 Tagen einen besonderen Segen.
Warum ist das eine gute Idee?
Heute hat man manchmal den Eindruck, dass nach der Geburt alles sehr schnell gehen muss. Soziale Netzwerke, Zeitschriften – alles zeigt uns Mütter, die ihr Leben so schnell wieder aufnehmen, als wäre nichts geschehen. Aber in Wirklichkeit können die ersten Tage (und sogar die ersten Wochen!) nach der Geburt sehr anstrengend sein. Der Schlafmangel, die körperlichen Veränderungen, ganz zu schweigen von den emotionalen Achterbahnfahrten … das ist alles andere als einfach!
Der Körper braucht Zeit zur Erholung, Mutter und Baby müssen sich kennenlernen, geschützt vor dem Lärm der Welt. Diese Zeit nicht zu nehmen, birgt die Gefahr der Erschöpfung oder einer unzureichenden körperlichen Erholung.
Die „Relevailles“ neu beleben: eine kleine Herausforderung
Wir können uns vielleicht nicht mehr 40 Tage nach der Geburt von der Welt isolieren, aber das bedeutet nicht, dass wir uns nicht von den „Relevailles“ von früher inspirieren lassen können!
Heute könnte das bedeuten, Hilfe anzunehmen, sei es von Angehörigen oder sogar von Fachleuten wie einer Hebamme oder Doula. Einkäufe, Mahlzeiten, Hausarbeit delegieren … um sich ausschließlich auf das Baby und diese neue Entdeckung zu konzentrieren.
3 Tipps zur Vorbereitung der „Relevailles“ im Wochenbett
Mahlzeiten planen: Nach der Geburt sehnt man sich oft nach gutem, tröstendem Essen und hat absolut keine Lust, stundenlang in der Küche zu stehen. Die Lösung? Gerichte im Voraus zubereiten und einfrieren.
Den Alltag organisieren: Haushalt, Einkäufe, Betreuung der älteren Kinder – organisieren Sie den Alltag mit Angehörigen oder externen Helfern, um im Wochenbett so wenig wie möglich tun zu müssen.
Schützen Sie sich vor der Welt: Das hängt natürlich von jeder Einzelnen ab, aber wenn Sie nach der Entbindung eine ruhigere Zeit haben möchten, bitten Sie Ihre Freunde, nicht jeden Tag mit einer Flasche Champagner aufzutauchen, um das Baby zu sehen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um in Ihrer Blase zu bleiben, bevor Sie zu viele Besuche empfangen.
Nein, die „Relevailles“ sind kein veraltetes Konzept. Im Gegenteil, es ist eine schöne Idee, die wieder modern werden sollte, um jungen Müttern zu helfen, die ersten Wochen mit dem Baby sanft zu überstehen.


