"Aber wie schwer ist es, sie aufwachsen zu sehen!"
Von Emilie, Mutter zweier Jungen im Alter von 4 und 6 Jahren.
Ich sitze im Wohnzimmer. Vor mir stehen 5 Einkaufstaschen mit Babykleidung. Sie sind sauber, gefaltet, nach Größe sortiert. Direkt aus den Schränken meiner beiden Jungen, die aus allen Nähten platzten.
5 Einkaufstaschen in Größe 2 und 3 Jahre, während meine beiden Jungen jetzt 6 und 10 Jahre alt sind.
Ich habe sie nicht aufwachsen sehen...
Vielleicht, weil ich sie jeden Tag sehe und man Veränderungen, wenn sie im Alltag untergehen, weniger wahrnimmt. Wenn ich meinen 6-jährigen Sohn sehe, ist er immer noch mein Neugeborenes. Wenn ich meine Hand durch sein dichtes Haar streiche, ist es immer noch sein feiner, weicher Flaum. Wenn ich ihm abends im Bett einen Kuss gebe, ist es immer noch dieser ganz besondere Geruch, der mich so sehr beeindruckt hatte, als er bei der Geburt auf meine Brust gelegt wurde. Ein leicht süßlicher, warmer, leicht karamelliger Geruch...
Herzschmerz...
Es fällt mir unglaublich schwer, mich damit abzufinden, diese Kleider auszusortieren und mich von ihnen zu trennen. Vielleicht, weil sie allein die Zeit symbolisieren, die vergeht, diese Momente, die nicht wiederkommen werden. Die ersten Schritte, die ersten Male... Diese Momente, in denen sie von mir abhängig waren, in denen wir eins waren, Haut an Haut, beim Stillen. Und ich weiß es gut, sie zeigen auch, dass ich älter geworden bin und dass ich nicht mehr die Chance haben werde, wieder Mutter zu werden...
... aber auch ein neues Gleichgewicht
Weil wir aus den Windeln heraus sind. Weil es uns so gut geht. Weil die Wohnung etwas klein ist. Weil ich mich nach 2 Mutterschaftsurlauben beruflich neu aufbauen konnte und jetzt vielleicht meine Zeit gekommen ist. Die Zeit, Windeln, Milch, Babysitter hinterherzujagen, ist vorbei.
Aber tief in mir ist mein Bauch in Trauer. Weil eine Mutter vielleicht nie genug haben wird... Und selbst wenn wir ein drittes Kind bekämen, würde ich danach ein viertes wollen! Aber verdammt, wie schwer es ist, sie aufwachsen zu sehen...!
Und es ist also an der Zeit, die Tür dieser Organisation zu öffnen, die diese kleinen Kleider nehmen wird. Wohl oder übel.


