Was ist Waldorfpädagogik?
Sie sind auf der Suche nach einer Schule für Ihr Kind und interessieren sich sehr für sogenannte „ alternative“ Pädagogiken. Schulstrukturen, die sich von denen des staatlichen Bildungssystems unterscheiden und einen anderen Ansatz des Lehrens vorschlagen, wie die Montessorischulen, von denen man viel hört, oder auch die Steinerschulen. Was ist also die Steinerschule, auch Steiner-Waldorf genannt? Woher kommt sie und was bietet sie unseren Kindern an?
Woher kommen die Schulen, die die Steinerpädagogik anwenden? Ein bisschen Geschichte...
Diese Schulen wurden 1919 von einem österreichischen Philosophen, Rudolf Steiner, und einem Industriellen, Emil Molt, dem Direktor der Zigarettenfabrik Waldorf-Astoria ( daher der zusammengesetzte Name dieser Pädagogik), gegründet. Die beiden Männer hatten Ideen, die von philosophischen Forschungen über Anthroposophie inspiriert waren, einer wissenschaftlich-philosophischen Bewegung, die manchmal kritisiert wurde.
Derzeit gibt es in Frankreich 22 Schulen, die diese Art von Unterricht anbieten, aufgeteilt in Kinderkrippen für die Kleinsten, Kindergärten für Kinder von 3 bis 6 Jahren, Grundschulen, Mittelschulen und Gymnasien. 25.000 Schüler profitieren bereits von dieser alternativen Pädagogik.
Welchen Unterricht bietet die Steinerpädagogik an?
In der Steinerpädagogik liegt der Schwerpunkt auf verschiedenen Punkten:
- Kreative Aktivitäten zur Erforschung aller Fähigkeiten der Kinder in Bezug auf Vorstellungskraft, Kreativität und die Entfaltung jedes Talents.
- Personalisiertes Lernen des Kindes und Anerkennung seines Rhythmus und seiner Bedürfnisse in einem wohlwollenden und offenen Ansatz.
- Die große Bedeutung, die der Entfaltung, der Autonomie und dem Selbstvertrauen der Schüler beigemessen wird.
- Weltoffenheit mit dem Erlernen von zwei Fremdsprachen ab der ersten Klasse.
Unsere größte Aufgabe sollte die Entwicklung freier Menschen sein, die in der Lage sind, sich ein Ziel und einen Lebensweg zu setzen. Das Bedürfnis nach Kreativität, der Sinn für Wahrheit und das Verantwortungsgefühl sind die drei Kräfte, die der Erziehung zugrunde liegen. – Rudolf Steiner
Worin bestehen aber die Unterschiede zur Montessori-Pädagogik?
- In der Steinerpädagogik werden die Altersgruppen nicht gemischt.
- Die Rolle des Lehrers ist anders. In der Montessori-Bewegung begibt er sich mehr auf Augenhöhe mit den Kindern und unterrichtet individueller.
- In der Steinerpädagogik ist der Unterricht festlicher, kreativer und weniger formal, während die Übungen der Kinder, die der Montessori-Methode folgen, als echte theoretische Arbeit angesehen werden.


