Studie: Französische Kinder nehmen zu viele Medikamente ein

September 29, 2022


Am 12. Juli 2021 veröffentlichten die Teams der wissenschaftlichen Interessengruppe Epi-Phare und des Inserm in der Zeitschrift „The Lancet Regional Health Europe“ diese Warnung, wonach französische Babys zu viele Medikamente erhalten. Dies gilt insbesondere für Antibiotika und Kortikosteroide. Erklärungen...

97 % der Kinder unter 6 Jahren haben mindestens ein Medikament pro Jahr erhalten.

Schlimmer noch: Die Hälfte der Kinder unter 2 Jahren hat mehr als 9 Behandlungen pro Jahr erhalten! Zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten gehören:
1. Schmerzmittel (insbesondere Paracetamol)
2. Antibiotika,
3. nasale Kortikosteroide,
4. nichtsteroidale Antirheumatika,
5. Antihistaminika
6. orale Kortikosteroide.

40 % der Kinder erhalten jedes Jahr eine Antibiotikabehandlung.

„Auch wenn die Verschreibungen in den letzten zehn Jahren um 12 % gesunken sind, ist der Einsatz von Antibiotika in Frankreich immer noch viel häufiger als in anderen Ländern mit ebenso leistungsfähigen Gesundheitssystemen. Die Niederlande zum Beispiel geben fünfmal weniger“, bemerkt Dr. Marion Taine, Epidemiologin am GIS Epi-Phare und Hauptautorin der Studie.
Das Risiko? Die Entstehung resistenter Bakterien zu begünstigen.

Säuglinge sind besonders von einer „Überverschreibung“ von Medikamenten gegen gastroösophagealen Reflux ( GERD) betroffen.

Laut der Kinderärztin „sind diese Behandlungen nicht empfohlen, sondern nur in sehr speziellen Fällen bei Babys unter 1 Jahr toleriert, da sie im Verdacht stehen, unerwünschte Nebenwirkungen, insbesondere Knochenbrüche, zu verursachen“. In den letzten zehn Jahren haben doppelt so viele Säuglinge diese Verschreibungen erhalten.

Wie Dr. Taine in dieser Studie präzisiert, wurde die pädiatrische Forschung lange vernachlässigt. Und „heute sind die Sicherheitsprofile vieler in der Pädiatrie verwendeter Medikamente noch teilweise bekannt“, sagt sie, „deshalb müssen Medikamentenverschreibungen wohlüberlegt sein.“